Krankheiten

Frettchen sind zwar sehr robuste Tiere, wenn sie aber krank sind, dann richtig. Frettchen sind sehr starke Tiere und verheimlichen so manches Leiden, bis sie nicht mehr können und zusammenbrechen.

Wer sein Frettchen gut kennt und beobachtet, kann schon kleinste Verhaltensänderungen feststellen, die manchmal schon auf eine ernst zu nehmende Krankheit hinweisen können.

Diese Seite soll einen Einblick in die unterschiedlichsten Krankheiten geben, soll aber den Gang zum Tierarzt NICHT ersetzen!!! Geht lieber zweimal zu oft als einmal zu wenig zum Tierarzt.

 

Parasiten

  • Ohrmilben: Ohrmilben sind lästige kleine Parasiten die sich, wie ihr Name schon sagt, in den Ohren festsetzen. Die Ohren der Frettchen sind dann voll mit “Ohrdreck”, schwarz und verstopft. Ohrmilben können unbehandelt großen Schaden anrichten, von schweren Ohrentzündungen bis hin zu einer Gehirnhautentzündung und dem Tod. Milben sollten umgehend durch den Tierarzt behandelt werden (z.B. Otimectin vet). Neben den Ohrmilben gibt es noch Haarmilben, die sich auch gerne an den Pfoten festsetzen oder eben im gesamten Haarkleid des Frettchens. Hier muss ebenfalls der Tierarzt ran.
  • Zecken: kennt jeder, hat jeder. Doch die Blutsauger sind nicht ohne. Nach einem Spaziergang im Freien sollten Frettchen unbedingt auf Zecken untersucht werden und diese müssen auch umgehend entfernt werden (mit einer Pinzette oder Zeckenzange). Wichtig ist dabei, dass die ganze Zecke entfernt wird. Sollten Frettchen abhanden gekommen sein und mit Zecken übersät sein, muss wieder der Tierarzt eingreifen.

  • Flöhe: sind sehr gefürchtet, da sie sich sehr schnell vermehren und ihre Eier überall ablegen. Flöhe kann man mit einem Flohkamm entfernen, man sollte aber auch beim Tierarzt nach einem Spot-on Präparat fragen, der das Frettchen länger vor dem Ungeziefer schützt. Zusätzlich muss der gesamte Käfig sowie Kuschelsachen mit einem Flohmittel besprüht werden, dass auch die Eier absterben.
  • Würmer: sind bei Frettchen sehr selten, da diese einen schnellen Stoffwechsel haben und die Würmer nicht so viel Zeit haben, sich im Darm festzusetzen. Sollte ein Frettchen aber trotzdem Würmer bekommen, muss man sofort zum Tierarzt und alle Frettchen entwurmen lassen. Im Zuhause sollte man auf penibelste Hygiene achten, sich öfters die Hände waschen und auch die Klokisterl, Kuschelsachen und Käfigböden täglich säubern und desinfizieren. Teile von den Würmern kann man im Kot als dünne Fädchen erkennen.

 

Zahnprobleme

  • Zahnstein: Zahnstein ist bei vielen Frettchen ein Problem. Vor allem die hinteren Backenzähne sind davon betroffen. Sie verfärben sich dunkel und im schlimmsten Fall entzündet sich das Zahnfleisch und der Zahn beginnt zu faulen. Kennzeichen ist oft ein stinkendes Maul. Zahnstein kann man gut beim Tierarzt entfernen lassen. Entfernt wird entweder mit einem Scaler (Handinstrument zum entfernen von Zahnstein) oder in leichter Narkose mit Ultraschall.

  • Zahnfleischentzündungen: normalerweise ist das Zahnfleisch leicht rosig bis rot. Bei Zahnfleischentzündungen wird das Fleisch dunkelrot und teilweise auch gelb vom Eiter. Zahnfleischentzündungen können sich unbehandelt bis in den Kiefer ausbreiten und schlimme Knocheneiterungen hervorrufen. Unbehandelt kann ein Frettchen sogar daran sterben.

  • abgebrochene Zähne: vorallem die Eckzähne brechen bei Frettchen sehr schnell ab. Bei den meisten Frettchen ist das kein Problem, manchmal kann es aber dazu kommen, dass der abgebrochene Zahn sehr spitz ist und die Haut oder das Zahnfleisch verletzt. Ein Tierarzt kann darüber entscheiden, ob der Zahn gezogen werden muss oder ob man ihn etwas anschleifen kann, damit er entweder kürzer wird oder stumpf, damit sich das Frettchen nicht dauernd selbst verletzt. Abgebrochene Zähne verfärben sich meist dunkler, gelb bzw. werden “glasig”, also leicht durchsichtig. Das stört aber nicht weiter, man sollte aber regelmäßig testen, ob der Zahn schmerzt, also einfach mal draufdrücken. Wenn das Frettchen eine Schmerzreaktion zeigt, muss der Zahn entfernt werden.

  • Zahnfehlstellungen: wer seinem Frettchen schonmal ins Mäulchen geschaut hat, hat vielleicht festgestellt, dass gerade bei den kleinen Schneidezähnchen oft einer oder zwei Zähne zu viel sind. Das stört Frettchen nicht besonders. Es gibt aber schlimme Fehlstellungen oder sogar Kieferfehlstellungen, die chirurgisch behoben werden müssen.

 

Darm- und Durchfallerkrankungen

  • “normaler” Durchfall: manchmal haben auch Frettchen Probleme mit der Verdauung und haben Durchfall. Frettchen, die viel Fleisch fressen, haben meistens einen eher dunklen und etwas breiigeren Kot, was nicht schlimm ist. Durchfall sollte auf alle Fälle beobachtet werden, da dem Körper immer sehr viel Wasser entzogen wird und die Frettchen leicht dehydrieren. Unterstützend kann man sich ein Bakterienpulver holen, das die Darmflora unterstützt und wieder aufbaut (z.B.: BeneBac oder Enteroferment). Sollte der Durchfall länger als 3 Tage anhalten, sollte man auf alle Fälle einen Tierarzt aufsuchen.
  • Kokzidien: sind gefährliche und lästige Protozoen. Kokzidien setzten sich im Magen-Darm-Trakt fest und verursachen schlimmen Durchfall. Kokzidien können bei großer Zahl im Kot nachgewiesen werden. Frettchen, die sehr starken und verfärbten Durchfall haben, sollten auf alle Fälle beim Tierarzt behandelt und untersucht werden. Kokzidien sind unbehandelt tödlich. Zusätzliche sollten Frettchen etwas für die Darmflora bekommen (z.B.: BeneBac oder Enteroferment). Tägliches Kloputzen sowie ein Wechsel der Kuschelsachen und säubern und desinfizieren der Käfigböden ist ebenfalls angesagt.
  • Giardien: sind bei Frettchen leider sehr häufig. Diese Einzeller (oder auch Protozoen, wie Kokzidien) verursachen ebenfalls schlimmen verfärbten Durchfall. Von gelb schleimig bis grün körnig ist alles dabei. Giardien sorgen u.a. dafür, dass das Frettchen das Futter nicht mehr richtig verdauen kann. bei Kotuntersuchungen sollte man mind. 3 Tage sammeln, da nicht immer Giardien mit ausgeschieden werden. Giardien sind sehr hartnäckig und müssen unbedingt vom Tierarzt behandelt werden (z.B. Panacour). Täglich sollten die Kuschelsachen gewechselt werden, die Klokisterl gesäubert und alles desinfiziert werden. Die Frettchen sollten zusätzlich auch ein Bakterienpulver für die gesunde Darmflora bekommen (z.B.: BeneBac oder Enteroferment).
  • Verstopfung: ist bekanntlich das Gegenteil von Durchfall. Frettchen können durchaus auch einmal Verstopfungen haben, was sich dadurch äußert, dass nur sehr wenig oder kein Kot abgesetzt werden kann. Schmerzende Geräusche beim Abkoten sind auch möglich. Sollte der Verdacht bestehen, kann man dem Frettchen z.B. etwas stark laktosehaltiges oder abführendes Füttern, damit die Verdauung angeregt wird (z.B.: Milch oder Katzenmilch unverdünnt). Sollte jedoch nichts kommen, muss man dringlichst einen Tierarzt aufsuchen, da es sich sonst auch um einen Darmverschluss handeln kann.
  • Darmverschluss: Frettchen sind manchmal sehr hungrige Tiere und fressen schonmal Dinge, die nicht für sie bestimmt sind. Auch kann es passieren, dass sie ein Spielzeug zerlegen und Gummiteile verschlucken. Bei Verdacht auf Darmverschluss muss sofort der Tierarzt aufgesucht werden. Mittels Röntgen und Kontrastmittel kann dann festgestellt werden, ob sich Fremdkörper im Darm befinden und diesen verstopft. Darmverschlüsse müssen sofort operiert werden, wenn nicht, sterben Frettchen qualvoll daran.
  • Salmonellen und andere: Salmonellen oder auch Vibrionen können für Frettchen gefährlich werden. Schlechtes Hühnerfleisch oder andere Umstände können diese Durchfallerkrankungen auslösen. Frettchen, die länger als 2-3 tage Durchfall haben, ohne Besserung, sollten auf alle Fälle beim Tierarzt untersucht werden.

 

Augenprobleme

  • grauer Star: ein- oder beidseitig auftretende Trübung des Auges, mit einem grauen Schleier vergleichbar. Bei Frettchen ist der graue Star nicht heilbar und kann auch nicht operativ behoben werden, wie bei uns Menschen. Dadurch das Frettchen ohnehin nicht so viel Wert auf ihre Augen legen, ist eine Erblindung auf einem Auge meist kein großes Problem. Die Frettchen müssen auf alle Fälle beobachtet werden, damit man merkt, ob und wie die Frettchen mit der Erblindung zu recht kommen.

  • Augen- und Hornhautverletzungen: durch Verletzungen durch Krallen, Zähne, Stürze oder spitze Gegenstände etc. Bei Verletzungen am Auge wird das Auge sehr oft zusammengekniffen, tränen und können auch eitrig werden. Augenverletzungen müssen sofort beim Tierarzt untersucht werden. Beim Tierarzt wird bei Augenverletzungen untersucht indem ein fluoreszierender Farbstoff ins Auge gebracht wird. Dieser Farbstoff verbreitet sich im Auge und kann bei einer offenen Hornhautverletzung sich auch unter dieser verbreiten, was der Tierarzt bei dem Kontrollblick sehr gut erkennen kann. Augenverletzungen müssen unbedingt mit Antibiotika und Augentropfen oder Salbe behandelt werden. Augenverletzungen dürfen auf keinen Fall mit Kamillentee behandelt werden, besser ist Käsepappeltee, da dieser keine reizenden Partikel enthält. Nach dem Abheilen kann entweder nichts zu sehen sein, oder eine Narbe am Auge entstehen, was dann als grauer Schleier zu erkennen ist.

 

                                                                 fluoreszierender Farbstoff                 abgeheilte Augenverletzung

Herz, Lunge und Milz

  • Herzinsuffizienz: Herzinsuffizienz ist die Bezeichnung, wenn das Herz seine Arbeit nicht mehr gut genug verrichten kann. Da man als Besitzer nicht besonders gut in sein Frettchen reinschauen kann, muss man auf die häufigsten Symptome achten: vermehrtes Husten beim Laufen und Spielen, laufende Nase, längere und öfters Pausen beim Freilauf, antriebslos, lustlos oder auch Erbrechen. Das Husten und die rinnende Nase kommen von Wasseransammlungen in den Lungen, das wiederum auf das Herzproblem schließen lässt. Erbrechen kann durch einen Wasserstau in der Milz hervorgerufen werden. Bei Verdacht auf Herzinsuffizienz sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden, der das Frettchen gründlich abhört und abtastet. Die Behandlung sollte sofort eingeleitet werden. Entwässerungsmittel und Herzstärkende Medikamente sind die beste Wahl. (Auch Kombipräparate sind möglich). Da es verschiedene Herzprobleme gibt (z.B.: Klappeninsuffizienz…), wird auch jedes Problem anders behandelt, je nachdem, wo das Problem sitzt.
  • Schnupfen: wie auch beim Menschen. Rinnende Nase, oft auch durch Schleim verstopft oder verklebt. Tränende Augen, Husten, häufiges Niesen. Schnupfen kann man recht gut behandeln. Sollte die Nase verklebt sein, muss diese immer freigemacht werden, da die Frettchen sonst keine Luft bekommen. Für Nase und Augen gibt es Tropfen (z.B.: Ciloxan), die desinfizierend wirken. Zusätzlich sollten die Frettchen Salbeitee inhalieren (in einer zugedeckten Transportbox). Auf jeden Fall sollte aber ein Tierarzt das Herz und die Lunge abhören.
  • Lungenentzündung: auch das kann den Frettchen zu schaffen machen. Die Anzeichen sind gleich wie bei normalem Schnupfen: starker Husten und laufende Nase. Die Frettchen werden sehr matt und müde. Lungenentzündungen müssen umgehend beim Tierarzt mit Antibiotika behandelt werden. Das Antibiotikum sollte spätestens am 2ten Tag seine Wirkung zeigen.
  • Milzvergrößerung: Bei Frettchen ist die Milz sehr grenzwertig. Manche Frettchen haben von Haus aus eine leicht vergrößerte Milz, so etwas sollte aber immer kontrolliert werden, da es sich auch um eine Krankheit handeln kann. Wenn die Milzstark vergrößert ist, sollte man dringend auch andere Organe überprüfen, da die Milz die Alarmglocke ist, dass etwas nicht stimmt. Oft spiet das Herz eine große Rolle bei vergrößerter Milz, aber auch Tumore sind nicht auszuschließen. Die Milz kann sich auch tumorös verändern und kann bei Bedarf auch entfernt werden. Die Milz eines Frettchens kann bei Veränderungen mind. 3mal so groß werden wie im Normalzsutand.

 

Leber und Pankreas, Nieren und Blase

  • Insulinom: ist ein meist gutartiger Tumor der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Im Pankreas wird zu viel Insulin produziert, was zu einer Unterzuckerung des Frettchens führt. Anzeichen für ein Insulinom sind: Schwäche an der Hinterhand (Hinterpfoten), öfteres Umkippen, Bewusstseinsstörungen (Trance-Zustände), Krämpfe durch den Unterzucker. Sollten Frettchen in einem dieser Zustände sein, kann man etwas Traubenzucker oder Honig in Wasser auflösen und dem Frettchen geben. Sollte sich der Zustand danach rapide bessern, sollte man umgehend einen Tierarzt aufsuchen. Insulinom-Frettchen können noch länger leben, wenn sie medikamentös richtig eingestellt sind.
  • Diabetes mellitus: ist das Gegenteil vom Insulinom. Das Pankreas produziert zu wenig Insulin, wodurch das Frettchen keinen Zucker mehr vom Blut in die Zellen transferiert. Die Frettchen trocknen aus, haben vermehrten Urindrang, der auch leicht süßlich riecht. Durch die Gabe von Insulin kann man diese Krankheit gut in den Griff bekommen.
  • Nebennieren-Leiden (Adrenalkrankheit, Nebennierentumor, NNT): Ist bei Frettchen leider auch nicht so unüblich. Typisch für diese Krankheit ist ein systematischer Haarausfall vom Schwanz beginnend bis der ganze Körperstamm kahl ist. Bei kastrierten Fähen schwillt die Vulva an, als wäre sie in der Ranz. Diese Frettchen erkennt man meist sehr schnell und auch gut geschulte Tierärzte erkennen diese Krankheit sofort. Das setzen eines Hormonchips schafft in den meisten Fällen Abhilfe. In manchen Fällen wird die betroffene Nebenniere entfernt. Die meisten Frettchen können mit dieser Krankheit noch recht lange leben, manche verlieren den Kampf aber auch nach kurzer Zeit.
  • Niereninsuffizienz: ist die Minderfunktion der Nieren. Frettchen mit Niereninsuffizienz beginnen sehr stark und viel zu trinken. Sie machen beim Spielen oft Pausen und “saufen” sich voll. Beim Tierarzt kann ein Test gemacht werden, bei dem die Nierenfunktion überprüft wird. Nierenkranke Frettchen brauchen eine spezielle Schonkost, die die Nieren entlastet (z.B.: Frettchen4You Nature Trockenfutter) sowie nierenunterstützende Medikamente.  Leider ist eine Niereninsuffizienz nicht lange zu behandeln, viele Frettchen sterben recht schnell an dieser Diagnose.
  • Nieren- und Blasensteine: Wie der Name schon sagt, sitzen diese lästigen Dinger vor allem in Niere, ableitenden Harnwegen (also den Harnleitern) sowie der Blase. Sie können den Fluss des Harn unterbrechen und dem Frettchen große Schmerzen verursachen. Frettchen mit Steinen gehen sehr oft aufs Klo, wobei nichts oder nur sehr wenig rauskommt. Sie haben starke Schmerzen beim urinieren und werden zunehmend apathisch. Frettchen mit Verdacht auf Steine (oft wird eine Blasenentzündung vermutet) sollten sofort zum Tierarzt. Durch Abtasten und ein Röntgenbild können die Steinchen gut sichtbar gemacht werden. Die Steine müssen entfernt werden (durch eine Blasenspülung) oder durch Medikamente zersetzt werden. Die Behandlung ist meistens etwas langwierig, man sollte aber nicht aufgeben, denn unbehandelte Steine können zum Tod führen.

Natürlich gibt es bei Leber und den anderen Organen auch bösartige Tumore. Diese kann man vor allem im Ultraschall recht gut sichtbar machen.

 

Entzündungen und Lymphknoten

  • Mandelentzündung: der Hals des Frettchens ist innen sehr rot, geschwollen und man kann deutlich die Mandeln erkennen. Frettchen mit Mandelentzündungen können oft kein Fleisch schlucken und spucken es immer wieder aus bzw. müssen länger darauf herum kauen, bis es klein genug ist, dass sie es schlucken können. Eine Behandlung mit Antibiotika ist notwendig.
  • Ohrentzündung: anfangs eher unauffällig. Das betroffene Ohr erscheint mehr rötlich da es durch die Entzündung stärker durchblutet wird. Die Ohren sind mehr verdreckt und beim Ausputzen reagieren die Frettchen sehr schmerzhaft. Bei stärkerer Entzündung kommt es zu einer Kopfschiefhaltung sowie zu einem Gleichgewichtsverlust, durch die Zerstörung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr. Eine Behandlung mit Antibiotika und speziellen Ohrentropfen ist notwendig.
  • Darmentzündung: den Frettchen ist oft übel, sie erbrechen und verweigern das Futter. Bei zunehmender Stärke der Gastritis nehmen die Frettchen sehr stark ab, auch der Kot ist auffällig. Darmentzündungen sollten sofort behandelt werden.
  • Augenentzündung: verklebte oder geschlossene Augen, die die Frettchen krampfhaft zukneifen, sind entweder verletzt oder entzündet. Diese Entzündung ist sehr schmerzhaft und muss so schnell wie möglich behandelt werden. Spezielle Augentropfen sowie ein Antibiotikum sind notwendig. Man kann das Auge ebenfalls mit Käsepappeltee vorsichtig abreiben bzw. spülen.
  • Analdrüsenentzündung und -verstopfung: Die Analdrüsen sind bei Frettchen sehr empfindlich. Frettchen, die eine Analdrüsenentzündung haben, haben Probleme, aufs Klo zu geben, haben sichtlich und hörbar Schmerzen beim Abkoten und rutschen auch vermehrt auf ihrem Popo Die Drüsen müssen daher vom Tierarzt ausgedrückt werden. Eine Antibiotikagabe ist von Vorteil, dass sich die Drüsen nicht sofort wieder entzünden.
  • Lymphom: ist oftmals eine Begleiterscheinung von Entzündungen. Lymphom bedeutet, dass die Lymphknoten vergrößert sind, egal ob es um ein gutartiges oder bösartiges Geschehen im Körper handelt. Lymphome bilden sich aber auch sehr häufig bei Tumorerkrankungen Frettchen mit geschwollenen Lymphknoten sollten immer auf Tumore im Körper untersucht werden.

Prinzipiell kann sich bei Frettchen alles Entzünden, was man sich nur vorstellen kann. Wichtig ist, das sofortige Handeln und der gang zu einem frettchenerfahrenem Tierarzt.

 

Gehirn, zentrales Nervensystem

  • Schlaganfall: tritt vor allem bei älteren Frettchen auf, kann aber natürlich auch bei jüngeren passieren. Ein Schlaganfall ist für Frettchen sehr oft das Todesurteil. Nach einem Schlaganfall sind sie nicht mehr die gleichen wie davor. Das Fressen fällt ihnen schwer, sie werden oft unsauber. Typisch ist das Gangbild, da sie sich im Kreis drehen. Diese Kreiselbewegung entsteht durch die zerstörte Hirnregion und das Frettchen hat keine Kontrolle mehr über seine Bewegungen. Fressen und Trinken fällt ihnen schwer. Meistens werden die Frettchen nach einem Schlaganfall erlöst, da sie keine Lebensqualität mehr haben.
  • Gehirntumor: diese Tumore bilden bei Frettchen starke Verhaltensänderungen Sie werden Aggressiv gegenüber ihren Mitbewohnern und der eigenen Gruppe, in der sie schon lange Leben und immer friedlich waren. Sie werden auch ihren Menschen gegenüber sehr aggressiv und verhalten sich sehr ungewöhnlich. Der Gang zum Tierarzt ist leider umumgänglich.
  • Gehirnhautentzündung: meist durch Entzündungen im Ohr oder durch Ohrmilben ausgelöst. Gehirnhautentzündungen sind sehr gefährlich und müssen sofort behandelt werden, da sie sonst zum Tod führen.
  • Lähmungen: Lähmungen können z.B. durch einen Bandscheibenvorfall oder Verletzungen an der Wirbelsäule ausgelöst werden. Aber auch Tumore im Rückenmark, die dasselbe abdrücken, können Lähmungserscheinungen hervorrufen. Sollten Lähmungserscheinungen auftreten, sollte man sofort einen frettchenerfahrenen Tierarzt aufsuchen.
  • Tollwut: ist eine gefährliche Virusinfektion die immer eine tödliche Gehirnhautentzündung Die Viren befinden sich im Speichel der infizierten Tiere und werden durch einen Biss auf ein anderes Tier oder Menschen übertragen. Infizierte Tiere zeigen eine starke Wesensveränderung, reagieren aggressiver und sind übererregt. Später kommt es zu Lähmungen an den Hinterbeinen und zu einer vermehrten Speichelabsonderung, was den typischen “Schaum vor dem Mund” erklärt. Sollte man den verdacht haben, dass sein Frettchen von einem infizierten Tier gebissen worden ist, sollte man umgehend einen Tierarzt aufsuchen!

 

Haut, Mineralstoffe, Vitamine und Hormone

  • Nacktschwanz/Fettschwanz: Ist eigentlich keine Krankheit. Beim Nacktschwanz fallen fast alle Haare am Schwanzerl der Frettchen aus und wachsen eine Zeit lang nicht mehr nach. Zudem kann man dunkle Punkte am Schwanz erkennen. Diese schwarzen Punkte sind verstopfte Talgdrüsen und verursachen auch den Haarverlust. Der Nacktschwanz tritt meist im Sommer bis Herbst auf, verschwindet aber mit dem Fellwechsel wieder, wenn die Frettchen im Herbst ihr Winterfell anlegen. Unterstützend kann man dem Frettchen Vitaminöle, Fischöle oder Kieselerde geben, diese regen den Haarwuchs auf natürliche weise an. Sollte das Fell weiter ausfallen und auch am Körper weniger werden, handelt es sich wahrscheinlich um ein Nebennierenproblem.

  • Granulozytom: Ist ein gutartiges Gebilde, das durch eine Hautverletzung und/oder Pilzinfektion entstehen kann. Die Granulozyten (Vorstufe der Leukozyten) vermehren sich und beginnen zu wuchern. Granulozyten sind nicht gefährlich und können entweder mit Desinfektionsmittel und einer bestimmten Salbe bekämpft oder durch einen kleinen chirurgischen Schnitt entfernt werden.
  • Alterswarzen: Kleine Schönheitsfehler bei Frettchen und können mit einem kleinen Eingriff schnell beseitigt werden. Wenn man sie stehen lässt, kann es passieren, dass sie sie aufkratzen und die Warzen zu bluten beginnen.

  • Chondrom: treten vor allem an der Schwanzspitze auf. Im Gegensatz zu den Meinungen vieler Tierärzte muss hier keinesfalls der ganze Schwanz amputiert werden, es reicht, wenn ein frettchenerfahrener Tierarzt die Schwanzspitze amputiert.
  • Vitaminmangel: Da auch Frettchen verschiedene Vitamine benötigen, kann es bei einer schlechten Fütterung zu einem Mangel an den wichtigen Vitaminen kommen. Frettchen mit Vitaminmangel haben vermehrt sprödes, mattes Fell, die Haut wird schuppig und ist trocken. Auch Zink ist für Frettchen sehr wichtig. Ein Fehlen von Zink im Futter (z.B.: bei reinem b.a.r.f. ohne Zusätze) kann zu Störungen der Fruchtbarkeit führen. Die Frettchen magern ab und verweigern das Futter. Der Gang zum Tierarzt bleibt leider nicht aus.

  • Scheinschwangerschaft: Eine Fähe kann in eine sogenannten Scheinschwangerschaft kommen. Die Fähe bekommt einen dicken Bauch und benimmt sich, als wäre sie tragend, was sie aber nicht ist. Sie verlieren Fell, werden unruhig und dieMilchleiste füllt sich mit Milch.

 

Staupe

 

Staupe ist eine Viruserkrankung, die mehrere Baustellen im Körper eines Frettchens hat. Zunächst vermehren sich die Viren in den Mandeln und/oder den Bronchiallymphknoten. Nachdem sich die Viren weitgehend vermehrt haben, kommt es zu einem Angriff auf die Abwehrorgane wie Milz, Thymus, Lymphknoten und Knochenmark. Wenn der Körper keine Antikörper bildet, wird der Organismus weiter angegriffen: Lungen, Verdauungstrakt sowie das Nervensystem. Durch die Infektion können eines oder mehrere Symptome auftreten: starker durchfall und heftiges Erbrechen, Atemnot, Niesen, Husten, Schädigung an den Augen und der Netzhaut, Bewegungsstörungen sowie Lähmungen, Kopfschiefhaltung, starkes Fieber (über 41°), epileptische Anfälle sowie rhythmisches Muskelzittern (”Staupetick”). Bei ungeimpften Tieren verläuft diese Krankheit immer tödlich. Sehr wichtig ist daher, dass ALLE Frettchen gegen Staupe geimpft werden!

 

Es gibt noch unzählige weitere Krankheiten, die Frettchen haben können. Die Seite wird weiter ergänzt und erweitert. Fotos der einzelnen Fälle (insofern möglich) werden ebenfalls ergänzt.

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