Geruch

Puh, hier stinkts!!

  • Wie riecht ein Frettchen?

Der charakteristische Geruch des Frettchens ist leicht süßlich, wildartig und ähnelt dem Duft von Moschus. Die eigenen Familienmitglieder gewöhnen sich meist rasch daran, aber Besuchern wird die “Frettchenduftnote” bestimmt sofort auffallen.

  • Hilft Baden gegen den Geruch?

Auch mit einem täglichen Vollbad würde man den Eigengeruch nicht weg bekommen. Stattdessen wälzen sich die meisten Frettchen nach der meist stressigen Badeprozedur im Klokisterl um ihren “guten” Duft wieder herzustellen, oder entleeren aus lauter Zorn ihre Analdrüsen. Frettchen sollten ohnehin nicht oft bzw. nur in dringenden Fällen gebadet werden.

  • Kann man nicht einfach die Duftdrüsen entfernen?

Die weit verbreitete Meinung, dass die Analdrüsen des Frettchens, die sich links und rechts unterhalb des Schwanzansatzes befinden, mit dem artspezifischen Geruch der Tiere etwas zu tun haben, ist falsch. Frettchen sprühen das Sekret nur in Extremsituationen, wie z.B. Angst, Schmerzen oder großer Aufregung aus. Dieser Geruch ist aber recht schnell wieder verflogen und bleibt auch nirgends haften. Trotzdem werden aus diesem Irrglauben heraus von manchen Tierärzten bei der Kastration auch gleich die Analdrüsen entfernt. Ausserdem dient der Geruch und die Analdrüsen den Frettchen untereinander als Personalausweis. Bei der Begegnung mit fremden Frettchen wird die Region der Analdrüsen besonders gut beschnuppert, um so das Geschlecht des Gegenübers zu bestimmen und um auch herauszufinden, ob der Andere Freund oder Feind ist.

Laut Tierschutzgesetz ist das Entfernen der Analdrüsen ohne medizinische Notwendigkeit verboten!!

  • Was hilft wirklich gegen den üblen Stinkgeruch?

Einzig allein die Kastration kann den Geruch der Frettchen mildern. Fakt ist aber, dass vorallem unkastrierte Rüden extrem stinken können. Aber auch ranzige Fähe sind kein Blumenstrauss. Nach der Kastration riechen Frettchen schon innerhalb von 2 Wochen nicht mehr so streng.

  • Was hat das Futter damit zu tun?

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Frettchen, die mit Katzenfutter gefüttert werden anders riechen als Frettchen, die mit Frischfleisch gefüttert werden. In Dosenfutter sind Bestandteile, die Frettchen nicht brauchen, wie Getreide und pflanzliche Nebenprodukte, oft auch Zucker oder Karamell, Geschmacksverstärker, Konservierungsmittel und anderes Zeug. Diese Produkte verursachen einerseits einen komisch riechenden Kot aber auch ein eigenartig riechendes Frettchen. Wenn diese Frettchen dann auf Frischfleisch umgestellt werden, riechen sie ganz anders, wie Frettchen eben riechen sollten.

  • Woher kommt der Satz “Frettchen, bah die stinken ja so!”?

Leider haben viele schlechte Erfahrungen mit Frettchen gemacht oder haben es sich von jemanden erzählen lassen, der einen Onkel hat, der hatte einen Bruder und dessen Frau hatte mal ein Frettchen. Was hinter solchen Geschichten steckt, wissen wir leider nur zu gut: ein unkastrierter Rüde in Einzelhaltung. Oft auch keine artgerechte Haltung, alles angekotet und verdreckt. Tolle Voraussetzung um ein Frettchen kennen zu lernen. Wenn man sich wirklich für Frettchen interessiert, sollte man zu einer Frettchenhilfe gehen und dort live an Frettchen schnuppern, die meisten sind dann sehr positiv überrascht, dass es auch Frettchen gibt, die nicht stinken.

  • Sauberkeit ist wichtig.

Um die Geruchsbelästigung im Wohnbereich generell zu verhindern, muss man einfach nur auf penible Sauberkeit achten.

Kuscheltücher, Hängematten und Schlafsäcke müssen jede Woche gewaschen und durch frische ersetzt werden. Sämtliche Klokisterl müssen täglich mindestens einmal total geputzt werden.

  • Was tun, wenn Besuch kommt?

Von dem Gebrauch von Raumsprays wird aber abgeraten, da diese Allergien bei Frettchen auslösen können. Noch dazu sinkt der Sprühnebel zu Boden und kann von den Frettchen aufgenommen werden, was zu einer Vergiftung führen kann. Besser sind hier Duftkerzen oder Duftlampen.